Sell in May…?
Warum Anleger jetzt mit Schwankungen rechnen sollten
Marktausblick Mai 2026
Die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ gehört zu den bekanntesten saisonalen Regeln am Aktienmarkt. Doch gilt sie auch im aktuellen Marktumfeld? Und sollten Anleger deshalb jetzt tatsächlich Kapital aus dem Aktienmarkt abziehen?
In unserem aktuellen Marktupdate ordnet Werner Krieger, Geschäftsführer und Investmentanalyst der GFA FINANCIAL PLANNING, die wichtigsten Einflussfaktoren für die kommenden Wochen ein.
Im Video erfahren Sie, warum die kommenden Wochen an den Kapitalmärkten schwankungsreicher werden könnten, welche Frühindikatoren Anleger jetzt beachten sollten und weshalb ein vorschneller Ausstieg aus dem Aktienmarkt nicht zwingend sinnvoll ist.
👉 Zum Video: Sell in May? Warum Anleger jetzt mit Schwankungen rechnen sollten
Robuste US-Wirtschaft trifft auf zunehmende Volatilität
Die aktuelle Lage an den Kapitalmärkten ist differenziert. Einerseits zeigen viele Konjunkturdaten aus den USA weiterhin ein robustes Bild. Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Einkaufsmanagerindizes und Unternehmensgewinne sprechen bislang nicht für ein unmittelbares Rezessionsszenario in den Vereinigten Staaten.
Auch die Aktienmärkte haben sich zuletzt deutlich erholt. Die Marktbreite nimmt zu, Nebenwerte ziehen nach und wichtige Indizes wie der S&P 500, Nasdaq und DAX konnten zuletzt kräftig zulegen. Hinzu kommt eine bislang solide Berichtssaison, in der viele Unternehmen besser abgeschnitten haben als erwartet.
Andererseits gibt es mehrere Faktoren, die in den kommenden Wochen für stärkere Schwankungen an den Börsen sprechen. Dazu zählen Frühindikatoren, ein zunehmend euphorisches Sentiment, saisonale Effekte, geopolitische Risiken sowie steigende Marktzinsen – insbesondere bei langlaufenden US-Staatsanleihen.
Warum „Sell in May“ allein keine Anlagestrategie ist
Der Monat Mai gilt an der Börse traditionell als Beginn des saisonal schwächeren Halbjahres. Dennoch bedeutet das nicht automatisch, dass Anleger ihre Aktienpositionen pauschal reduzieren sollten. Historische Durchschnittswerte können wichtige Hinweise liefern, ersetzen aber keine fundierte Analyse der aktuellen Marktlage.
Gerade für langfristig orientierte Anleger ist entscheidend, saisonale Muster im Zusammenhang mit Konjunktur, Zinsen, Inflation, Unternehmensgewinnen und Marktstimmung zu betrachten. Ein automatischer Ausstieg aus dem Aktienmarkt nur aufgrund einer Börsenregel kann zu kurz greifen – insbesondere dann, wenn viele fundamentale Daten weiterhin Stabilität signalisieren.
Korrekturen möglich, aber kein Crash-Szenario
Das Marktupdate kommt zu einer klaren Einordnung: Kurzfristige Korrekturen und volatile Börsenwochen sind möglich. Ein unmittelbares Crash-Szenario lässt sich aus den aktuellen Daten jedoch nicht ableiten.
Für Anleger bedeutet das: Wachsamkeit ist angebracht, Aktionismus jedoch nicht. Wer Kapital anlegt oder bestehende Depotpositionen überprüft, sollte die aktuelle Marktlage strukturiert bewerten und nicht allein auf kurzfristige Schwankungen reagieren.
Besonders wichtig bleiben dabei folgende Fragen:
- Wie stabil ist die US-Konjunktur wirklich?
- Welche Signale senden Unternehmensgewinne und Berichtssaison?
- Wie stark belasten Inflation und Marktzinsen die Aktienmärkte
- Welche Rolle spielen Saisonalität und Anlegerstimmung?
- Und wann wird aus einer normalen Korrektur ein ernstzunehmendes Risiko?
👉 Zum Video: Sell in May? Warum Anleger jetzt mit Schwankungen rechnen sollten