Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch mit einem Mikrophon

Bestimmen die News den Kurs – oder der Kurs die News?

Als Vermögensverwalter wird man immer wieder nach Börsenprognosen gefragt: Wo stehen wohl DAX, Gold, Öl, Silber oder sogar der Bitcoin in einer Woche oder am Jahresende? Und ein ums andere Mal antworte ich: „Keine Ahnung. Und für meine Anlageentscheidung muss ich das auch nicht wissen.“

In aller Regel sorgt das für verblüffte Blicke. „Warum weißt du das nicht, du bist doch vom Fach?“ Eben. Gerade weil ich die Börse kenne und verstehe, weiß ich, was man wissen kann und was nicht. Wo DAX, Gold oder Bitcoin zu einem bestimmten Zeitpunkt notieren werden, kann niemand zuverlässig vorhersagen. 

An der Börse folgt die Erklärung oft dem Kurs

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass eigentlich klar negative Nachrichten im Nachhinein plötzlich positiv eingeordnet werden, nur weil die Börsen daraufhin gestiegen sind?

Nehmen wir die viel beachteten Arbeitsmarktdaten. Stellenverluste statt neuer Jobs sind zunächst einmal keine gute Nachricht. Trotzdem können die Aktienindizes darauf steigen.

Dann wird beispielsweise erklärt: Die Anleger hätten erfreut reagiert, weil die Zahlen so schlecht waren, dass die US-Notenbank die Zinsen nicht weiter anheben könne. Das Spannende daran ist für mich weniger die Erklärung selbst als die Reihenfolge: Erst reagiert der Kurs. Danach wird erklärt, warum diese Reaktion logisch gewesen sein soll.

Eine Nachricht kann an der Börse unterschiedlich wirken

Schlechte Arbeitsmarktdaten können für eine schwächere Wirtschaft sprechen. Arbeitnehmer, die sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, halten ihr Geld eher zusammen. Das bremst den Konsum, später möglicherweise das Wirtschaftswachstum und damit auch die Unternehmensgewinne.

Gleichzeitig können genau dieselben schlechten Arbeitsmarktdaten an der Börse positiv aufgenommen werden, weil Anleger daraus niedrigere Zinsen ableiten.

Was ist die Nachricht also wert? Positiv oder negativ?

So einfach lässt sich das nicht beantworten. Wirtschaftliche Fakten sind wichtig. Aber ihre Wirkung auf die Aktienkurse ist nicht eindeutig. Genau deshalb halte ich wenig davon, aus einer einzelnen Nachricht abzuleiten, wo der Markt in einigen Wochen oder Monaten stehen wird.

Analyse ja. Börsenprognosen nein.

Natürlich muss sich ein Vermögensverwalter mit Konjunkturdaten, Bilanzen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beschäftigen. Daraus lässt sich einschätzen, ob die Gesamtwirtschaft in einem guten oder schwachen Umfeld unterwegs ist oder ob man einem Unternehmen weiteres Wachstum zutraut.

Problematisch wird es in dem Augenblick, in dem daraus eine feste Vorstellung entsteht, wie sich Aktienkurse entwickeln müssen. Denn Märkte halten sich nicht an unsere Erwartungen.

Die positive Nachricht: Man muss die zukünftige Entwicklung der Börse auch gar nicht kennen, um Investitionen durch schwierige Marktphasen zu führen. Gefährlich wird es vielmehr dann, wenn aus einer Einschätzung eine feste Prognose wird und man seine Entscheidungen davon abhängig macht.

Deshalb nutze ich die tatsächlichen Kursverläufe selbst, bilde mir eine Einschätzung über die aktuelle Situation und taste mich diszipliniert Stück für Stück nach vorne. Dabei muss ich jederzeit bereit sein, meine Einschätzung und meine Investitionen an eine veränderte Situation anzupassen.

Genau dafür braucht es ein festes Regelwerk. Nicht, weil Analyse überflüssig wäre, sondern weil eine gute Strategie auch dann funktionieren muss, wenn die eigene Erwartung falsch war.

Wer sich mit solchen Zusammenhängen näher beschäftigen möchte, findet weitere Einordnungen in unserem GFA FINANCIAL PLANNING Newsletter, auf unserem YouTube-Kanal und in unseren Börsenkursen. Oder Sie vereinbaren ein persönliches Gespräch mit uns.

Wichtiger Hinweis / Disclaimer:
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information über die Situation am Finanzmarkt und der aktuellen Einschätzung der GFA FP Vermögensverwaltung. Er stellt keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann keine Gewähr und keine Haftung übernommen werden. Finanzanlagen sind mit Risiken verbunden, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Erträge. Der Autor übernimmt keine Haftung für Handlungen, die auf Basis dieses Textes ergriffen werden. Der Text und der Inhalt sind urheberrechtlich geschützt. Jegliche Investitionsentscheidung erfolgt auf eigene Gefahr. Ob die Strategie für Ihre persönliche Vermögensstruktur geeignet ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Ein persönliches Gespräch ist zu empfehlen.

Wichtiger Hinweis auf Interessenkonflikte: Die GFA FP Vermögensverwaltung kann zum Zeitpunkt der Veröffentlichung direkt oder indirekt (z.B. über verwaltete Kunden-Depots oder gemanagte Produkte) Positionen in den erwähnten Wertpapieren halten. Es besteht daher ein potenzieller Interessenkonflikt. Die GFA FP Vermögensverwaltung behält sich vor, die genannten Titel jederzeit und ohne vorherige Ankündigung zu kaufen, zu verkaufen oder abzustoßen. Die geschriebenen Analysen basieren auf dem Wissensstand zum Veröffentlichungsdatum und werden nicht nachträglich aktualisiert. Einzelwerte unterliegen starken Kursschwankungen und können zu erheblichen Verlusten bis hin zum Totalverlust führen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Kontakt

Benötigen Sie Hilfe oder wünschen Sie eine persönliche Beratung?

Rufen Sie uns einfach unter 07643-914 19-50 an oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Wir melden uns in Kürze bei Ihnen zurück.

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.