September an den Börsen: Wenn Saisonalität auf hohe Zinsen trifft
Marktausblick September 2026
Der September genießt unter Börsianern keinen besonders guten Ruf. Historisch betrachtet gehörte er immer wieder zu den schwierigeren Monaten an den Aktienmärkten. Saisonalität allein ist allerdings noch kein Grund, Anlageentscheidungen zu treffen.
In diesem Jahr kommt ein zweiter Faktor hinzu: das hohe Zinsniveau am US-Kapitalmarkt. Gerade die Renditen langlaufender Staatsanleihen sind deutlich gestiegen. Damit stellt sich für Anleger die Frage, ob aus einer statistisch ohnehin anspruchsvollen Börsenphase eine ernstere Belastung für den Aktienmarkt entstehen könnte.
Im aktuellen Marktupdate September 2026 ordnet Werner Krieger, Geschäftsführer und Investmentanalyst der GFA FP Vermögensverwaltung, dieses Spannungsfeld ein.
👉 Zum Video: Zinsdruck im September: Wie anfällig ist der Aktienmarkt?
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Warum hohe Zinsen für den Aktienmarkt relevant sind
Zinsen wirken auf unterschiedlichen Wegen auf Unternehmen und Kapitalmärkte.
Steigen die Finanzierungskosten, werden Kredite für Unternehmen teurer. Investitionen und Expansionen können dadurch weniger attraktiv werden. Gleichzeitig erhalten Anleger bei festverzinslichen Anlagen wieder höhere Renditen. Aktien stehen damit stärker im Wettbewerb zu Anleihen.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Höhe des Leitzinses. Auch die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen spielt eine wichtige Rolle. Besonders langfristige Renditen geben Hinweise darauf, zu welchen Konditionen sich Unternehmen und Staaten über längere Zeiträume finanzieren können.
Im aktuellen Marktumfeld ist dieser Zusammenhang ein wesentlicher Faktor für unsere Einschätzung der kommenden Wochen.
Inflation bringt die US-Notenbank in ein schwieriges Spannungsfeld
Gleichzeitig bleibt die Inflation ein zentrales Thema für die US-Notenbank. Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die Ursachen der Preissteigerungen.
Im Marktupdate unterscheidet Werner Krieger zwischen der allgemeinen Inflationsrate und der Kerninflation, bei der insbesondere Energie- und Nahrungsmittelpreise ausgeklammert werden. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil nicht jede Form von Inflation gleichermaßen durch höhere Leitzinsen beeinflusst werden kann.
Sind steigende Energiepreise ein wesentlicher Treiber, wirken Zinserhöhungen anders als bei einer breit aus der Wirtschaft kommenden Inflation.
Für die US-Notenbank entsteht damit ein Zielkonflikt: Sie muss die Preisentwicklung im Blick behalten, darf zugleich aber die Auswirkungen höherer Zinsen auf Wirtschaft und Finanzierung nicht ignorieren.
Warum gerade der September aufmerksam macht
Zusätzlich zum Zinsumfeld verweist Werner Krieger im Video auf die historische Saisonalität des Aktienmarktes. Langfristige Statistiken zeigen nach seiner Darstellung, dass der September wiederholt zu den schwächeren Börsenmonaten gehört hat.
Solche historischen Muster sind keine Prognose. Ein schwacher September in der Vergangenheit bedeutet nicht, dass Aktien auch in diesem Jahr zwangsläufig fallen.
Zusammen mit den bereits hohen Kapitalmarktzinsen entsteht jedoch ein Umfeld, in dem stärkere Schwankungen aus unserer Sicht nicht überraschen würden.
Nicht aussteigen, sondern Risiken strukturieren
Aus einer erhöhten Schwankungsgefahr folgt für uns nicht, dass Anleger pauschal ihre Aktien verkaufen sollten.
Entscheidender ist die Frage, wie ein Portfolio mit unterschiedlichen Marktphasen umgehen kann. Wir setzen deshalb auf Strategien, die auf Veränderungen reagieren können, statt ausschließlich auf eine bestimmte Prognose angewiesen zu sein.
In den vergangenen Wochen haben sich dadurch auch die Gewichtungen innerhalb ausgewählter GFA FP-Strategien verändert.
Breitere Aufstellung statt einseitiger Technologie-Wette
In der Strategie „Top 20 Aktien USA + Deutschland“ sind zum Zeitpunkt des Marktupdates nur noch drei Technologiewerte vertreten: Apple, AMD und ASML.
Daneben enthält die Strategie unter anderem Unternehmen aus dem Gesundheits-, Pharma- und Konsumbereich. Im Video nennt Werner Krieger beispielsweise Johnson & Johnson, UnitedHealth, Merck und Coca-Cola.
Hinter dieser Positionierung steht kein vollständiger Rückzug aus Technologieaktien. Vielmehr soll vermieden werden, dass die Entwicklung einer Strategie zu stark von einem einzelnen Marktsegment abhängt.
Positionen, die die im Anlageprozess definierten Kriterien nicht mehr erfüllt haben, wurden in den vergangenen Monaten konsequent reduziert beziehungsweise ausgestoppt.
Aktienquote auf 61 Prozent reduziert
Neben der Zusammensetzung hat sich auch die Aktienquote verändert. Sie liegt in der Strategie „Top 20 Aktien USA + Deutschland“ zum Zeitpunkt des Marktupdates bei 61 Prozent. Damit haben wir das Risiko bereits reduziert, bleiben aber weiterhin am Aktienmarkt beteiligt.
Gerade in einem unsicheren Umfeld halten wir diese Unterscheidung für wichtig. Risikomanagement bedeutet nicht zwangsläufig, vollständig aus dem Markt auszusteigen. Es kann ebenso bedeuten, Aktienquoten anzupassen, Positionen konsequent zu überprüfen und das Portfolio breiter zu strukturieren.
Und was kommt nach dem September?
Auch für den weiteren Herbst liefert die Saisonalität interessante Hinweise. Im Video blickt Werner Krieger deshalb bereits auf den Oktober, der historisch häufig Wendepunkte an den Aktienmärkten gebracht hat.
Ob dieses Muster 2026 erneut eintritt, lässt sich nicht vorhersagen. Auch Werner Krieger macht im Marktupdate deutlich, dass ein negativer September keineswegs sicher ist und viele bekannte Risiken bereits in den Kursen berücksichtigt sein können.
Genau deshalb steht nicht die Vorhersage eines bestimmten Tiefpunkts im Mittelpunkt.
Entscheidend ist für uns vielmehr, vorbereitet zu sein, wenn sich Chancen und Risiken verändern.
Im Marktupdate August 2026 erläutert Werner Krieger die aktuellen Entwicklungen und zeigt, wie die GFA FP Vermögensverwaltung ihre Strategien auf das veränderte Umfeld ausrichtet.
Fazit: Ein anspruchsvolles Umfeld verlangt einen klaren Prozess
Hohe Kapitalmarktzinsen, die weitere Entwicklung der Inflation und eine saisonal schwierige Phase treffen derzeit zusammen. Das kann zu erhöhten Schwankungen führen, muss aber nicht zwangsläufig einen größeren Rückgang am Aktienmarkt auslösen.
Für Anleger ist deshalb weniger die Frage entscheidend, ob der September exakt einem historischen Muster folgt. Wichtiger ist, ob die eigene Anlagestrategie auch dann funktioniert, wenn Märkte anders verlaufen als erwartet.
Im aktuellen Marktupdate erläutert Werner Krieger, welche Faktoren wir in den kommenden Wochen beobachten und wie wir ausgewählte Strategien auf das gegenwärtige Marktumfeld ausgerichtet haben.
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